Eine alte Elektroinstallation zu erneuern lohnt sich für Sicherheit, Komfort und Wert der Immobilie. Doch was kostet es, die Elektroinstallation zu erneuern, und wie läuft die Sanierung ab? Dieser Ratgeber führt durch Kosten, Ablauf und die Frage, ob Sie die Elektroinstallation in Etappen oder komplett erneuern.
Auf einen Blick
Strom weg oder Sicherung raus? Unser 24-Stunden-Elektronotdienst hilft bei Stromausfall, FI-Auslösung und Kurzschluss sofort weiter.
Kosten 2026: 80 bis 150 € pro Quadratmeter im Altbau, 50 bis 100 € pro Quadratmeter im Neubau.
Dauer einer Vollsanierung 150 qm: zwei bis drei Wochen.
Kostenaufteilung typisch: 60 Prozent Lohn, 40 Prozent Material.
Steuerabzug 20 Prozent der Handwerkerleistung, maximal 1.200 € pro Jahr nach § 35a EStG.
Mietwohnung: drei Monate Vorab-Ankündigung (§ 555c BGB), bis zu 8 Prozent jährliche Umlage möglich (§ 559 BGB).
Indirekte Förderung über KfW BEG und BAFA-Wärmepumpe.
Was kostet die komplette Erneuerung?
Eine komplette Erneuerung der Elektroinstallation kostet 2026 etwa 80 bis 150 € pro Quadratmeter im Altbau und 50 bis 100 € pro Quadratmeter im Neubau. Für ein 150 Quadratmeter großes Einfamilienhaus müssen Sie mit Gesamtkosten zwischen 12.000 und 22.500 € rechnen. Etwa 60 Prozent davon sind Arbeitskosten.
Lead
Die komplette Erneuerung der Elektroinstallation ist eine der größten Einzelinvestitionen am Bestandsobjekt. Wer 2026 ein 150-Quadratmeter-Einfamilienhaus aus den 1970ern saniert, gibt zwischen 12.000 und 22.500 € aus — verteilt auf rund 60 Prozent Lohnkosten und 40 Prozent Material [1]. Die Bauzeit liegt typischerweise bei zwei bis drei Wochen, vorausgesetzt das Haus ist während der Sanierung leer.
Dieser Beitrag zeigt Ihnen den Ablauf in fünf Phasen, die belastbaren Kostenrahmen, die wenig bekannten Förder- und Steuerwege sowie den Sonderfall Mietwohnung mit § 555c-BGB-Ankündigung. Nach der Lektüre können Sie das Angebot eines Elektromeisters fundiert bewerten und wissen, welche Förderchance Sie vor der Auftragsvergabe noch sichern müssen.
Service-Hinweis: Sie planen eine Komplettsanierung? Holen Sie über die Fachbetriebssuche zwei bis drei Vergleichsangebote von Fachbetrieben ein — kostenfrei und unverbindlich.
Wann sich die komplette Erneuerung lohnt — und wann nicht
Die Schwelle zur Vollsanierung ist nicht akademisch, sondern empirisch: Anlagen, die älter als 35 Jahre sind, haben in den meisten Fällen einen Sanierungsbedarf, der punktuell nicht mehr abzudecken ist. Drei Faktoren entscheiden:
Materialalter und -typ: Aluminium-Leitungen aus den 1970ern, stoffumwickelte Adern aus den 1950ern und 1960ern, fehlende FI-Schutzschalter in mehreren Stromkreisen.
Auslöser-Trigger: Hauskauf, geplante Wallbox, Wärmepumpe, Photovoltaik, neue Versicherungspolice mit Auflagen.
Kosten-Nutzen-Hebel: Wer Stückwerk betreibt — heute die Küche, in drei Jahren das Bad, in fünf Jahren der Verteiler — zahlt am Ende mehr als beim einmaligen Komplettzug, weil dann Anfahrt, Schutzeinrichtungen und Abnahmegebühren mehrfach anfallen.
Eine Teilsanierung reicht, wenn die Verkabelung im Substanzkern intakt ist — Querschnitt ausreichend, Isolierung weich und elastisch, keine Aluminium-Adern. Dann genügt es häufig, nur den Verteiler zu modernisieren und punktuell Steckdosen und Schalter zu erneuern. Wer die sieben Warnsignale veralteter Hauselektrik bei sich findet, sollte den E-Check als Bestandsaufnahme vorziehen — er liefert die belastbare Entscheidungsgrundlage.
Kostenrahmen 2026 — was Sie pro Quadratmeter rechnen müssen
Die Spanne von 80 bis 150 € pro Quadratmeter im Altbau ist 2026 die belastbarste Marktreferenz [1]. Im Neubau liegt sie bei 50 bis 100 € pro Quadratmeter, weil dort weder Demontage noch Stemmarbeiten anfallen. Die Kosten teilen sich typischerweise im Verhältnis 60 Prozent Lohn zu 40 Prozent Material auf — eine Aufteilung, die für den Steuerabzug nach § 35a EStG entscheidend ist (siehe unten).
Beispielrechnung Einfamilienhaus 150 qm
Position | Untere Spanne | Obere Spanne |
|---|---|---|
Verteiler-Modernisierung (Hauptschalter, FI, LS) | 1.500 € | 3.000 € |
Stromkreise (14 Stück à 250–500 €) | 3.500 € | 7.000 € |
Steckdosen, Schalter, Datenleitungen | 2.500 € | 4.500 € |
Smart-Meter-Gateway nach MsbG | 300 € | 800 € |
Demontage, Schlitzen, Putzarbeiten | 2.500 € | 4.000 € |
Inbetriebnahme und Abnahmeprotokoll | 700 € | 1.200 € |
Summe netto | 11.000 € | 20.500 € |
Was die Spanne nach oben treibt: aufwendige Unterputz-Verlegung statt Aufputz, höhere RAL-RG-678-Ausstattungsstufen (2 oder 3), regionale Lohnunterschiede (Bayern, Baden-Württemberg und Hamburg liegen typischerweise 10 bis 20 Prozent über NRW oder Sachsen). Zusätzliche Stromkreise für Wallbox, Wärmepumpe oder Sauna kosten 250 bis 500 € pro Stück. Eine grundlegende Verteilerkasten-Modernisierung ist häufig der erste sinnvolle Schritt.
Tabelle: Kostenrahmen 2026 nach Wohnfläche und Sanierungstiefe
Sanierungstiefe | 80 qm | 120 qm | 150 qm | 180 qm |
|---|---|---|---|---|
Teilsanierung (Verteiler + 2 Räume) | 3.000 – 5.500 € | 4.500 – 8.000 € | 5.500 – 10.000 € | 7.000 – 12.000 € |
Nur Verteiler-Modernisierung | 1.500 – 3.000 € | 1.500 – 3.000 € | 1.500 – 3.000 € | 2.000 – 3.500 € |
Vollsanierung Altbau (80–150 €/qm) | 6.400 – 12.000 € | 9.600 – 18.000 € | 12.000 – 22.500 € | 14.400 – 27.000 € |
Vollsanierung Neubau (50–100 €/qm) | 4.000 – 8.000 € | 6.000 – 12.000 € | 7.500 – 15.000 € | 9.000 – 18.000 € |
Der Ablauf in fünf Phasen
Eine professionelle Komplettsanierung folgt einem festen Phasenmodell. Wer das Schema kennt, kann Angebote vergleichen und realistische Bauzeiten einplanen.
Phase 1 — Bestandsaufnahme und E-Check (1 bis 2 Tage)
Der Elektromeister prüft die vorhandene Anlage nach DIN VDE 0100-600 (Erstprüfung) oder DIN VDE 0105-100 (Wiederkehrende Prüfung) und erstellt ein Prüfprotokoll. Es benennt Mängel, fehlende Schutzeinrichtungen und sicherheitskritische Komponenten. Dieses Protokoll ist die Grundlage für jede weitere Entscheidung.
Phase 2 — Planung und Angebotserstellung (5 bis 10 Werktage)
Auf Basis des Prüfprotokolls plant der Elektromeister die neue Anlage nach DIN 18015-1 — Mindestausstattung von Stromkreisen, Reserven für Wallbox und Wärmepumpe, FI-Aufteilung. Das Angebot enthält Materialliste, Lohnstunden, Phasenzeitplan und Festpreis. Lassen Sie sich mindestens zwei bis drei Vergleichsangebote auf gleicher Basis erstellen — siehe auch unsere Hinweise zu Stromkreisen pro Raum.
Phase 3 — Demontage und Schlitzen (3 bis 7 Werktage)
Die alte Elektroinstallation wird abgeklemmt, Steckdosen, Schalter, der alte Verteiler und Verkabelung werden entfernt. Wo Unterputz verlegt wird, werden Schlitze gefräst — Staub und Lärm sind in dieser Phase am höchsten. Bei bewohnten Häusern arbeitet der Betrieb meist etagenweise mit provisorischer Stromversorgung.
Phase 4 — Verlegung und Verteilermontage (5 bis 14 Werktage)
Die neuen Leitungen werden in den Schlitzen verlegt, der neue Verteiler montiert und beschriftet, alle Steckdosen und Schalter angeschlossen. Diese Phase ist die ruhigste und längste; danach sind Putzarbeiten und gegebenenfalls Anstrich der Schlitze nötig.
Phase 5 — Inbetriebnahme und Abnahme (1 Tag)
Die Anlage wird unter Spannung gesetzt, FI- und LS-Schalter werden geprüft, Isolationsmessungen durchgeführt. Das Abnahmeprotokoll nach DIN VDE 0100-600 wird erstellt und unterschrieben. Bewahren Sie dieses Protokoll lebenslang auf — es ist im Versicherungs- und Verkaufsfall der zentrale Nachweis.
Wie lange das Haus unbewohnbar ist
Bei einer Vollsanierung eines Einfamilienhauses mit 120 bis 150 Quadratmetern dauert die reine Bauzeit zwei bis drei Wochen. Hinzu kommen ein bis zwei Wochen Vorlauf für Bestandsaufnahme und Angebot sowie ein Tag Abnahme. Realistischer Gesamtzeitrahmen vom Erstkontakt bis zur fertigen Anlage: vier bis sechs Wochen.
Bei bewohnten Häusern verlängert sich die Bauzeit, weil etagenweise oder zonenweise gearbeitet werden muss. Eine provisorische Stromversorgung über Bauverteiler ist möglich, kostet aber zusätzlich rund 150 bis 300 € pro Woche. Staub- und Schmutzaufwand kalkulieren Sie großzügig — Folien-Abdeckungen, Möbel-Verpackung und Tagesreinigung können in Summe 500 bis 1.500 € ausmachen.
Mehr Hintergrund zur Gesamt-Architektur einer Modernisierung im Cluster-Hub Hauselektrik und Modernisierung.
Förderung 2026 — KfW, BAFA und Steuer
Eine direkte staatliche Förderung der reinen Elektrosanierung existiert 2026 nicht. Es gibt aber drei Hebel, die zusammen vier- bis fünfstellige Beträge ergeben können.
KfW-Programme
Die KfW fördert die Elektrosanierung indirekt im Rahmen der Bundesförderung effiziente Gebäude (BEG). Wer eine energetische Komplettsanierung zum Effizienzhaus-Niveau angeht, kann die Elektroinstallation als förderfähige Begleitleistung anrechnen. Auch eine Wallbox-Förderung wird über KfW-Programme regional abgewickelt — der bundesweite Topf 458 ist 2026 ausgelaufen, einzelne Bundesländer fördern weiter [2]. Wer eine Wärmepumpe installiert, erhält über die BAFA Zuschüsse — und die elektrische Vorbereitung (eigene dreiphasige Stromkreise, Lastmanagement) ist zwingende Voraussetzung. Mehr dazu unter Wallbox und PV — was die Hauselektrik leisten muss.
Steuerlicher Abzug (§ 35a EStG)
Nach § 35a EStG können Sie 20 Prozent der Lohnkosten als Steuerermäßigung geltend machen, maximal 1.200 € pro Jahr [3]. Damit ist ein jährlicher Lohnanteil von 6.000 € voll abzugsfähig. Wichtig:
Nur die Arbeitskosten zählen, nicht das Material.
Die Rechnung muss aufgeschlüsselt sein (Lohn / Material).
Die Zahlung muss per Überweisung erfolgen — Barzahlung wird vom Finanzamt nicht anerkannt.
Die Förderung gilt nicht für Kosten, für die parallel KfW-Zuschüsse gewährt werden — entweder Zuschuss oder Steuerabzug.
Praxis-Tipp: Bei mehrjährigen Großprojekten lohnt es sich, die Rechnungen über zwei Veranlagungszeiträume zu strecken — so können Sie den 1.200-Euro-Höchstbetrag zweimal heben.
Service-Hinweis: Förderchance nicht verpassen: Vor der Auftragsvergabe Förderantrag prüfen lassen. Innungsbetriebe in Ihrer Region kennen die aktuellen KfW- und BAFA-Programme.
Sonderfall Mietwohnung — Modernisierung und Mieter-Duldung
Wer als Vermieter die Elektroinstallation erneuert, bewegt sich zwischen zwei BGB-Paragraphen: Erhaltungsmaßnahmen (§ 555a BGB) und Modernisierungsmaßnahmen (§ 555b BGB). Die Unterscheidung entscheidet, ob Mieter dulden müssen und ob die Miete erhöht werden darf.
Erhaltungsmaßnahme (§ 555a BGB) — etwa die Reparatur einer defekten Stromleitung — muss der Mieter dulden, hat aber keinen Anspruch auf Mieterhöhung. Eine Ankündigungsfrist gibt es nicht ausdrücklich, der Vermieter muss aber rechtzeitig informieren.
Modernisierungsmaßnahme (§ 555b BGB) — etwa die komplette Anlagenerneuerung mit höherem Standard — verlangt eine Ankündigung in Textform mindestens drei Monate vor Beginn (§ 555c BGB) [4]. Die Ankündigung muss Umfang, Beginn, voraussichtliche Dauer und die zu erwartende Mieterhöhung enthalten.
Modernisierungsumlage (§ 559 BGB) — der Vermieter darf bis zu 8 Prozent der Modernisierungskosten pro Jahr auf die Miete umlegen [5]. Innerhalb von sechs Jahren darf die Miete dabei aber nicht um mehr als 3 € pro Quadratmeter steigen; liegt die Miete vor der Erhöhung unter 7 € pro Quadratmeter, sind es maximal 2 € pro Quadratmeter. Wer eine 60-Quadratmeter-Wohnung für 12.000 € modernisiert, kann theoretisch 960 € pro Jahr Umlage geltend machen — also 80 € pro Monat — wenn die Kappungsgrenzen das zulassen.
Während der Bauphase haben Mieter Anspruch auf Mietminderung in Höhe der Nutzungsbeeinträchtigung; eine pauschale Aussage ist nicht möglich, regelmäßig liegen Minderungen zwischen 10 und 30 Prozent. Wer als Käufer eine vermietete Bestandsimmobilie übernimmt und die Elektroinstallation prüfen lassen will, sollte den E-Check vor dem Hauskauf noch vor dem Notartermin ansetzen.
Wie Sie das richtige Angebot erkennen
Ein professionelles Festpreis-Angebot enthält bestimmte Pflichtbestandteile. Wer eines davon vermisst, sollte ein zweites Angebot anfordern.
Pflicht-Checkliste für ein belastbares Angebot:
Schriftliches Angebot mit aufgeschlüsselten Positionen (Lohn / Material)
Bezugnahme auf das E-Check-Prüfprotokoll
Phasenzeitplan mit Beginn, Zwischenmeilensteinen und Übergabetermin
Verweis auf die geltenden Normen (DIN VDE 0100, DIN 18015-1)
Angabe der RAL-RG-678-Ausstattungsstufe (1, 2 oder 3)
Materialqualität benannt (Hersteller, Typ Verteiler, Schaltermarke)
Abnahmeprotokoll nach DIN VDE 0100-600 inkludiert
Stundensatz Elektromeister 2026 üblicherweise 65 bis 95 € netto
Warnsignale: eine Handschlag-Vereinbarung ohne schriftliches Angebot, kein E-Check als Vorleistung, fehlende Norm-Verweise, deutlich unter dem Marktniveau liegender Pauschalpreis (häufig ein Indikator für nicht-meisterpflichtige Subunternehmer).
FAQ — die häufigsten Fragen
Was kostet eine komplette neue Elektroinstallation im Einfamilienhaus?
Die Kosten liegen 2026 zwischen 80 und 150 € pro Quadratmeter im Altbau und 50 bis 100 € pro Quadratmeter im Neubau. Für ein 150 Quadratmeter großes Einfamilienhaus müssen Sie also mit Gesamtkosten zwischen 12.000 und 22.500 € rechnen. Etwa 60 Prozent davon sind Arbeitskosten, 40 Prozent Material.
Wie lange dauert eine komplette Elektrosanierung?
Bei einem Einfamilienhaus mit 120 bis 150 Quadratmetern dauert die komplette Erneuerung in der Regel zwei bis drei Wochen. Hinzu kommen ein bis zwei Wochen Vorlauf für Bestandsaufnahme und Angebot. Bei bewohnten Objekten verlängert sich die Bauzeit, weil etagenweise oder zonenweise gearbeitet werden muss.
Was beinhaltet eine Elektroinstallation?
Eine vollständige Elektroinstallation umfasst Hausanschluss, Verteilerkasten mit FI-Schutzschaltern und Leitungsschutzschaltern, alle Stromkreise mit Verkabelung, Steckdosen, Schalter, Beleuchtungsanschlüsse, Datenleitungen sowie spezifische Anschlüsse für Großgeräte wie Herd, Wallbox und Wärmepumpe. Die Mindestausstattung regelt DIN 18015-1; Stand der Technik ist ein FI-Schutzschalter (RCD 30 mA) für alle Steckdosen-Stromkreise.
Lohnt sich eine Teilsanierung oder muss alles neu?
Eine Teilsanierung lohnt sich, wenn die Verkabelung selbst intakt ist und nur einzelne Komponenten veraltet sind — etwa der Verteilerkasten oder einzelne Stromkreise. Eine Vollsanierung ist nötig, sobald Aluminium-Leitungen verlegt sind, der Querschnitt zu gering ist oder mehrere Stromkreise nicht den heutigen Sicherheitsstandards entsprechen.
Welche Förderung gibt es für die Erneuerung der Elektroinstallation?
Eine direkte Förderung der reinen Elektrosanierung gibt es nicht. Indirekt erhalten Sie KfW-Mittel über die BEG-Wohngebäude-Programme bei energetischer Sanierung, BAFA-Zuschüsse über die Wärmepumpen-Förderung sowie einen Steuerabzug von 20 Prozent der Handwerkerleistung — maximal 1.200 € pro Jahr nach § 35a EStG.
Muss ich die Elektroinstallation im Haus erneuern, wenn ich es kaufe?
Eine Pflicht zur Erneuerung gibt es nicht. Empfehlenswert ist sie aber, wenn die Elektroinstallation älter als 35 Jahre ist, FI-Schutzschalter fehlen oder der Verteilerkasten noch Schraubsicherungen hat. Vor dem Kauf sollten Sie einen E-Check durchführen lassen — das Ergebnis ist ein berechtigter Verhandlungshebel beim Kaufpreis.
Kann ich Handwerkerkosten für die Elektrosanierung steuerlich absetzen?
Ja. Nach § 35a EStG können Sie 20 Prozent der Lohnkosten als Steuerermäßigung geltend machen, maximal 1.200 € pro Jahr. Wichtig: Nur die Arbeitskosten zählen, nicht das Material. Die Rechnung muss aufgeschlüsselt sein und per Überweisung bezahlt werden — Barzahlung ist nicht abzugsfähig.
Fazit
Eine komplette Elektroinstallation ist 2026 eine fünfstellige Investition — und zugleich eine, die sich über Sicherheit, Versicherungsschutz und Zukunftsfähigkeit für Wallbox und Wärmepumpe schnell amortisiert. Drei Hebel entscheiden über das Endergebnis: erstens ein belastbares Festpreis-Angebot mit aufgeschlüsselten Phasen, zweitens die rechtzeitige Beantragung der Förder- und Steuerwege (KfW BEG, BAFA-Wärmepumpe, § 35a EStG), drittens — bei Vermietern — die korrekte Ankündigung nach § 555c BGB.
Wer diese drei Hebel zieht, spart in einem typischen Einfamilienhaus-Sanierungsprojekt vier- bis fünfstellige Beträge gegenüber dem Standard-Vorgehen. Der nächste Schritt ist immer ein E-Check als Bestandsaufnahme: er liefert das Prüfprotokoll, mit dem zwei bis drei Vergleichsangebote auf gleicher Basis verglichen werden können. Erst danach lohnt es sich, einen Auftragnehmer auszuwählen — und nicht umgekehrt.
Quellen
[1] Wohnglück: Elektroinstallation im Haus erneuern — Kosten, Förderung & Tipps. https://wohnglueck.de/artikel/neue-elektrik-kosten — Stand Mai 2026.
[2] KfW: Förderung für bestehende Immobilien. https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestandsimmobilien/ — Stand Mai 2026.
[3] Einkommensteuergesetz: § 35a EStG — Steuerermäßigung für haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse, Dienstleistungen und Handwerkerleistungen. https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__35a.html — Stand Mai 2026.
[4] Bürgerliches Gesetzbuch: § 555c BGB — Ankündigung von Modernisierungsmaßnahmen. https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__555c.html — Stand Mai 2026.
[5] Bürgerliches Gesetzbuch: § 559 BGB — Mieterhöhung nach Modernisierungsmaßnahmen. https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__559.html — Stand Mai 2026.
[6] ZVEH: E-Check und Fachbetriebssuche. https://www.zveh.de/ — Stand Mai 2026.
[7] Initiative ELEKTRO+: Brandgefahr im Eigenheim. https://www.elektro-plus.com/blog/2025/brandgefahr-im-eigenheim-was-sie-ueber-ihre-elektroinstallation-wissen-sollten — Stand Mai 2026.
Verwandte Ratgeber
- Hauselektrik modernisieren – der große Ratgeber
- Veraltete Hauselektrik: 7 Warnsignale
- Verteilerkasten modernisieren: Bauteile & Kosten
- Stromkreise im Haushalt: wie viele und wofür
Fazit: Elektroinstallation planvoll erneuern
Wer die Elektroinstallation erneuern lässt, investiert in Brandschutz und Zukunftssicherheit. Die Kosten hängen von Umfang, Wohnfläche und Leitungswegen ab; eine Komplett-Erneuerung der Elektroinstallation lohnt sich meist bei Anlagen älter als 35 Jahre. Lassen Sie jede Erneuerung der Elektroinstallation von einem eingetragenen Fachbetrieb planen und dokumentieren.
Ob in Etappen oder komplett: Wer die Elektroinstallation rechtzeitig erneuern lässt, spart langfristig. Eine moderne Elektroinstallation senkt das Brandrisiko, eine fachgerecht erneuerte Elektroinstallation erfüllt die VDE-Norm – und eine dokumentierte Elektroinstallation erleichtert jeden späteren Umbau.

Diskussion
Kommentare
Schreiben Sie den ersten Kommentar.
Kommentar verfassen